Einmal ein neues Mädchen im Leben…

Zugegeben, es ist schon zwei Jahre her das ich dieses Mädchen kennen lernen durfte.

Es war im Mai und ich war relativ schnell aus dem Berufsleben ausgeschieden. Was macht man also… na klar, man erfüllt sich einen lang ersehnten Wunsch. Die Familie hatte auch nichts gegen etwas Abwechslung in unserem Alltag und so ging es per Auto in die Nähe von Aachen. Natürlich hatte ich schon lange im Internet recherchiert und wollte eigentlich möglichst „Heimatnah“ fündig werden. Durch den Tipp eines Freundes bin ich dann an die Adresse in Aachen gekommen

Ach soooooo, was für ein Mädchen ?

Na ja, es ging um einen Welpen… genau genommen sollte ein Dackel Welpe unseren Alltag etwas abwechslungsreicher gestalten. Das wir uns allerdings in ein unglaubliches Abenteuer einließen wussten wir damals noch nicht. „Abenteuer“ weil vieles in unserem Leben umgekrempelt wurde und weil wir vieles aus unserer Kindheit neu entdecken sollten.

Die Fahrt mit dem Auto dauerte rund eine Stunde und da wir uns bereits per E-mail und telefonisch angemeldet hatte hatte Familie Bienert uns schon erwartet.

Bienert züchten schon lange Dackel… „Dackel vom Ruiferbach“ heißt die Zucht. Wir wurden sehr herzlich empfangen und Herr und Frau Bienert erkundigten sich noch mal (wir hatten schon viele Fragen per E-mail und telefonisch geklärt) über unseren Wunsch und unser Lebensumfeld. Im Nachhinein hat uns diese Verantwortlichkeit gegenüber den Dackelchen sehr beeindruckt. Als verantwortungsbewußter Züchter möchte man seine kleinen abzugebenden Welpen schließlich in gute Hände wissen.

Dann ging es zu den einzelnen Dackelfamilien mit den Welpen. Oh je, Zuckerschock… alle so süß… alle so schnuckelig… wir könnten uns kaum halten und wollten alle mal auf den Arm nehmen. Das ging leider noch nicht weil die Impfung der Kleinen noch bevor stand. Also haben wir erst mal grob geschaut welche Art von Dackel es sein sollte. Da meine Eltern schon immer Rauhaar Dackel hatten ist diese Entscheidung nicht schwer gefallen und wir waren uns einig das es ein Zwerg werden sollt. Also kein Kaninchen Dackel und auch kein normaler großer Rauhaar Dackel. Die Zwerge waren alle so schnuckelig und ich hätte alle mitgenommen… ging aber nicht. Dann fiel uns eine Familie Langhaardackel auf bei denen ein kleiner schwarzer Welpe war. Allem Anschein nach ein Rauhaar Zwerg Welpe der etwas hinter den anderen zurück geblieben war. Wie uns Familie Bienert erzählte war dieser Welpe aus einem Wurf von insgesamt 7 Dackelchen und das Muttertier könnte so viele Mäuler nicht ausreichend stillen. Kurzerhand wurde versucht den Kleinen Welpen bei der kleineren Familie der Langhaardackel unter zu bringen. Glücklicher Weise hatte die Langhaarmutter kein Problem damit noch einen Welpen mit durch zu füttern. Etwas traurig waren wir schon wie die Kleine (es war ein Mädchen) von den anderen „überkrabbelt“ wurde und immer als letzte hinter den anderen her gekrabbelt ist. Wir haben uns aber sofort in die Kleine verliebt und der Familie Bienert unseren Wunsch genau diesen Welpen zu bekommen mitgeteilt. Jetzt hieß es aber erst mal Abschied nehmen. Wir vereinbarten unseren nächsten Besuch eine Woche später. Der Impftermin sollte zwischenzeitlich stattfinden und so war ein nächster Kontakt schon etwas inniger möglich.

Ich glaube jeder kann sich unsere Anspannung vorstellen… jeder Tag… jede Stunde wurde gefiebert und der Tag des nächsten Besuchs herbei gesehnt.

Der folgende Samstag kam und wir standen um exakt 11 Uhr bei Bienerts auf der Matte. Kaum auszuhalten die Spannung bis wir bei unserem Wunschdackelchen waren… und dann waren wir schon erstaunt. Eine Woche hat die Kleine doch schon richtig wachsen lassen und lebhafter war Sie auch.

Der erste Kontakt… ein unbeschreibliches Gefühl… so ein kleines zartes Wesen… und so neugierig und vertrauensvoll.

Wir hatten uns vorher schon überlegt, dass der erste Kontakt auf Dackel Niveau stattfinden sollte… will heißen, dass wir uns auf Den Boden legen sollten um mehr Vertrauen aufzubauen. Ist doch klar das der Welpe erst mal Angst bekommen könnte wenn da zwei „Riesen“ auftauchen die auch noch ganz anders riechen.

Na ja, das war eine gute Entscheidung denn die Dackelchen waren alle sehr neugierig und unser „Wahl Mädchen“ schnupperte direkt an meinen Ohren, Nase, Achseln und Mund… und geleckt wurde auch… und geknistert an meinen Ohren hat Sie auch… das „Eis“ war gebrochen. Auch das zukünftige Frauli wurde ausgiebigst beschnuppert und geschmeckt. Auch die „Dackelmama“ unterzog uns einer Sicht-, Geruchs- und Geschmackskontrolle die wir aber allem Anschein nach zufriedenstellend bestanden haben. Einem stillen Komando folgend maschierten auf einmal alle Dackel Welpen der Mutter folgend in die mit Stroh ausgekleidete Hundehütte. Stillen und schlafen war jetzt wohl angesagt in der Dackelfamilie. Wir einigten uns auf den nächsten Besuch am folgenden Samstag.

Ja, auch die nächsten Tage wurden wieder sehr lang und wollten kaum vergehen. Der nächste Samstag war da und unser Dackel Mädchen wartete schon im Büro bei Bienerts. Wir hatten in den Tagen vorher nach einer schönen geräumigen Transporttasche geschaut und sind beim „Futterhaus“ fündig geworden. 80 € hat die Tasche gekostet und wir haben den Kauf bis heute nicht bereut. Na ja, auf jeden Fall sind wir mit der Tasche und einem verschwitzten darin bei Bienerts eingetroffen. Ein freundliches „Hallo“ und schon wuselten da zwei Welpen um uns herum. Unsere Kleine hat uns sofort erkannt und danach hat Sie die Tasche erst mal ausgiebig untersucht. Der andere Welpe (ein Rüde im gleichen Alter) wollte natürlich auch in die Tasche… aber da hatte unsere Kleine was dagegen. Vehement hat Sie die Tasche verteidigt und das verschwitzte T-Shirt nach vorne zum Eingang der Tasche geschoben… als wolle Sie sagen „hau bloß ab sonst kommt mein großer Freund und vertreibt Dich“. Der Kleine Rüde hat dann auch kapiert das Er unerwünscht ist. Kurz darauf wurde der Kleine Rüder abgeholt um in sein neues zu Hause zu ziehen. Unsere Kleine musste dann auch wieder in Ihr Rudel und wir mussten Abschied nehmen bis zum nächsten Samstag… dem großen Tag der Veränderung.

Wieder Samstag…

wieder 11 Uhr ⏰

und wieder standen wir erwartungsvoll bei Bienerts auf der Matte. Transporttasche dabei… darin wieder das verschwitzte T-Shirt. Kaum im Büro kam auch schon unsere Kleine angeflitzt um uns stürmisch zu begrüßen… und schwups war Sie auch schon in der Tasche und kam mit dem verschwitzten T-Shirt wieder heraus. Alles war gut und so wurde der Papierkram erledigt und wir bekamen auch noch eine ausführliche Anleitung was Ernährung und Pflege des Welpen betraf. Eine „Erstausstattung“ für den Welpen haben wir dann auch direkt noch bei Bienerts gekauft. „Querida vom Ruiferbach – Rufname Lucy“ stand in den Papieren und im Impfausweis… unsere kleine Lucy… ein Rauhaar-Zwergdackel. Die Zeit verging wieder so schnell aber diese Mal sollte es anders werden. Unsere Kleine musste Abschied nehmen. Zunächst ging Sie auch freiwillig in die Tasche und machte es sich gemütlich darin. Schnell war Sie eingeschlafen und wir könnten die Kleine in der Tasche mit zum Auto nehmen. Einige wenige Kilometer weiter war die Kleine wach und fing an zu „junkern“. Das hatten wir schon erwartet und meine Frau hatte sich bereits hinten und neben der Transporttasche gesetzt. Die Tasche kann man oben öffnende und so leicht die Hand neben den Welpen legen. Das hat die Kleine auch schnell wieder einschlafen lassen.

100 km weiter waren wir dann zu Hause 🏡 und quasi in Lucy’s neuem Wirkungskreis. Die Tasche fand Ihren Platz im Wohnzimmer neben der Couch 🛋Lucy fing direkt an alles zu beschnüffeln und hat erst mal Pipi gemacht. Halb so wild weil bei uns auch der Boden gefliest ist. Geschimpft wurde auch nicht… warum auch. So ein kleiner Welpe muss lernen und das funktioniert nur wenn man Ihm auch die Zeit dafür gibt. Es gibt natürlich in einem Haushalt viele Dinge wo ein Welpe sich schon mal gerne dran ausprobiert. Bodentiefe Gardinen… Kabel… Pflanzen 🌱… Möbelbeine… Kaminholz und, und, und vieles mehr. Unser offenes Treppenhaus wurde vorab gesichert. Kinder-Schutzgitter sicherten die Treppenab- und Aufgänge. Zwischen den Treppenstufen wurden bei den ersten Stufen PU-Schaum Platten eingesetzt so dass Lucy nicht durchrutschen kann. Die Kindergittertüren wurden noch mit Doppelstegplatten gegen durchrutschen gesichert und alles weitere sollte dann bei Bedarf noch gesichert werden. Schnell war Lucy müde und legte sich in die Transporttasche… ich verschloss die Tasche und wir schliefen ein. Ich hatte mich mit meinem Bettzeug auf der Couch 🛋 niedergelassen… eine halbe Armlänge von Lucy entfernt. Natürlich hat die Kleine mich geweckt mit Ihrem jammern und ich hab die Tasche auf gemacht. Pipi und ein Häufchen fanden Ihren Platz neben dem Kamin. Schnell alles beseitigt und weiter geschlafen. Diese Mal mit meiner Hand in der Tasche.

Die nächsten Nächte verliefen ähnlich… aber ruhig. Ein Tipp, den ich in einer wissenschaftlichen Publikation zu Hunden gelesen hatte, war die Abgabe eines oder mehrere getragener Kleidungsstücke (am besten Unterwäsche) in das Nest bzw. den Rückzugsort des Welpen zu legen. Dieser Tipp ist auch heute noch sehr wichtig für Lucy… aber dazu später mehr.

Vom Wohnzimmer gibt es direkt eine große Türe in den Garten. Garten mit Gartenteich und vielen Versteck Möglichkeiten. Hier ist Lucy in den nächsten Tagen und Wochen in meiner Begleitung auf „Exkursion“ gegangen. Sie hat aber immer den Blickkontakt zu Herrchen gesucht. War ich mal nicht „sichtbar“ kam Sie zurück gelaufen und hat mich gesucht/erschnüffelt.

Natürlich habe ich nicht wochenlang auf der Couch geschlafen. Nach 3 Tagen ging es hoch in die obere Etage zum Schlafen. Die Tasche fand auch wieder neben meinem Bett Ihren Platz.

Wie intelligent Dackel sind könnten wir sehr schnell erleben. Nach drei Mal Pipi auf dem Flur Teppich hatte die Kleine verstanden das wir das nicht so gut fanden. Lucy hatte mich ja von Anfang an als „Rudelführer“ akzeptiert und ist mir quasi auf jeden Schritt gefolgt…

was manchmal lästig war aber unabdingbar für eine feste und gute Bindung. Na ja, Tatsache ist, dass Sie irgendwann des Nachts nicht mehr im Flur auf den Teppich gemacht hat sondern im Bad vor der Toilette. Ich musste Nachts schon mal auf die Toilette und Sie ist mir immer gefolgt und hat dann wohl richtig kombiniert. Ich habe daher im Flur zwei Bewegungsmeldern mit Nachtlicht in die vorhandenen Steckdosen gesteckt. Wenn Lucy Nachts auf Toilette ging bin ich von den Lichtern wach geworden und konnte (wenn Lucy wieder in der Tasche war) Ihr „Geschäft“ schnell beseitigen.

Nach einigen Wochen brachte meine Frau ein größeres Hundebettchen mit. Auch hier wurden von uns ein paar Teile rein gelegt… Unterhemd, Unterhose, Socken… wohlgemerkt alles getragen und verschwitzt. Lucy hat das neue Bettchen sofort angenommen und sich mit der Unterwäsche ein richtig kleines Nest zum reinkuscheln gebaut.

Wenn der Welpe so nah bei Herrchen oder Frauli schläft dann fühlt sich die Kleine richtig sicher und die Wäscheteile geben noch mal über den Schweiß Geruch ein weiteres Sicherheitsgefühl. Man bekommt aber auch mit wenn der Welpe unruhig ist weil Sie mal muss oder wenn Sie im Traum das am Tag erlebte verarbeitet. Mal schnarcht Sie wie ein „Großer“ oder schmatzt wie beim nuckeln an der Zitze oder das Schwänzchen klopft wie wild im Bettchen. Man sollte den Welpen dann aber nicht stören… Licht bleibt aus und man bleibt einfach liegen. Weckt man den Welpen bei einem solchen Traum (wir wissen ja nicht was gerade geträumt wird) dann kann das negative Auswirkungen auf die Entwicklung der Psyche des Dackels haben.

Der nächste Tag war da und los ging es erst mal mit Futter für die Kleine Lucy. Wir hatten uns im Vorfeld schon informiert und hatten das Welpenfutter von Reico bestellt. Für Reico arbeitet auch Angela Nickeleit die uns in allen Fragen ausführlich beraten hat und auch zukünftig gerne weiter geholfen hat.

Gerade bei einem Welpen ist die Ernährung in den ersten Lebensmonaten wichtig. Die Nahrung muss alles haben was der Welpe benötigt um groß und stark zu werden und gesund zu bleiben. Das setzt voraus, dass sich die neue Familie mit der Ernährung des neuen Familienmitglieds beschäftigt. Keine leichte Aufgabe und auch nicht alles versteht man sofort. Für mich war bereits 2 Jahre vorher klar das demnächst ein Dackel ins Haus kommt. Also hab ich vorab schon mal einige Bücher zum Thema Dackel gelesen. Eine wissenschaftliche Studie zum Thema Hund und speziell Dackel war dann für mich am hilfreichsten. Den Dackel zu „lesen“, seine Bewegung, seine Körperhaltung und seine Mimik sind der Schlüssel zur Verständigung mit dem Dackel. Hat man das verstanden und begibt man sich täglich auch mal auf das Niveau (ruhig mal auf den Boden legen und spielen) des Dackel Welpen, dann stellt sich schnell eine erste Bindung ein. Die Betonung liegt auf „erste“ Bindung. Denn um eine starke Bindung zu seinem Dackel aufzubauen gehört viel mehr… man muss sich das Vertrauen des Dackels erarbeiten… erst dann wird sich eine gute und feste Bindung einstellen. Knapp 7 Monate hat das bei mir und Lucy gedauert. Aber jetzt sind wir ein Team bei Tag und Nacht ❤️

Thema Ernährung… Gewicht… Tagesration… Gesundheit…

Alles hängt miteinander zusammen. Ich habe mich daher dazu entschlossen ein Tagebuch zu führen wo fast alles eingetragen wird was Lucy betrifft. Zusätzlich wurden und werden die Mahlzeiten gewogen und in eine Tabelle eingetragen. Jeden Sonntag wird Lucy gewogen und der Wert ebenfalls in eine Tabelle eingetragen und weil Statistik so viele Vorteile hat habe ich auch noch die Wochenration als Wert in die Tabelle eingetragen.

Jetzt fragen sich bestimmt viele Leser was das bringen soll oder welchen Vorteil mir dieser Aufwand bringt.

Gewichtsentwicklung Lucy 2017 – 2019

Die Auswertung der Daten und die Anzeige der Daten als Diagramm lässt verschiedenste Schlüsse zu. Wenn die Ernährung konstant ist, der Hund nicht übermäßig verändert bewegt wird und abnimmt kann das an Parasiten im Magen- Darmbereich liegen. Aber auch die Zeit der Hitze und anschließend die Zeit der Scheinschwangerschaft kann zu erheblichen Gewichtsveränderungen führen. Vieles mehr kann aus den Tagebüchern ergründet und abgeleitet werden wenn man die Tagebücher gewissenhaft führt. Im Lauf der Zeit muß sich vielleicht mal ein anderes Familienmitglied um den Hund kümmern und dessen Erfahrungen mit dem Hund werden ins Tagebuch eingetragen und helfen mir nach meiner Abwesenheit zu sehen ob alles normal. geblieben ist oder ob sich nicht vielleicht etwas beginnt zu verändern. Lucy ist jetzt 27 Monate alt und auch heute noch werden täglich alle Infos zu Lucy eingetragen. Neben den Futtermengen, höhe der Tagesration, Wochenration und dem Gewicht von Lucy (Sonntags vor dem Frühstück gewogen) finden sich auch Hinweise wo Lucy sich gelöst hat (Pipi und Häufchen). Man wird feststellen das sich da einiges ändert bei den bevorzugten Stellen zum lösen.

FORTSETZUNG FOLG 😎

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