Unterwasser Fotografie mit der GoPro Hero 3+ BE und Hero 4 Black

Seit vielen Jahren und etlichen Kameras mit Unterwasser Gehäusen war ich die Schlepperei leid.
Für meine Wracktour und ein paar Höhlend/Grotten rund um Gozo habe ich mir 4 Wochen vor Reiseantritt eine „GoPro Hero 3+ Black Edition“ gekauft. Bereits im heimischen Baggersee lies sich erkennen, dass diese Kleine ActionCam mehr können muss als nur Topp Videos aufzunehmen.
Also habe ich bei meinen heimischen Tauchgängen versucht ähnliche Ergebnisse in der Fotografie zu erzielen wie mit den großen Kameras.
Sofern ich nicht ganz nah heran bin hat das zum Teil auch funktioniert. Da mein Herz aber für die Makros schlägt hatte ich mit der GoPro wenig Erfolg.
Im Internet bin ich dann auf verschiedene Hersteller von Vorsatz- Adapter und Linsen gestoßen. Wo bestellt man gutes Equippment? Ich habe mich für „sub-zerro“ entschieden. Der bekannte Anbieter von Uhren und Schmuck hat eine große Auswahl von Zubehör für die GoPro. Leider wurde ich von diesem Anbieter enttäuscht. Das bestellte UW-Gehäuse welches für 60 Meter abgedrückt war, da war die Frontlinse durch einen Kratzer unbrauchbar. Auch die Rückseite war mit leichten Kratzern übersät. Hab es zurück geschickt und Ersatz bekommen. „Neu“ ist wirklich was anderes. Na ja, im Web-Shop von Stefan Wiessmeyer habe ich mir dann noch die Backsatter Vorsatzline (sollte sofort lieferbar sein) bestellt. 129,-€ und sofort lieferbar… das klappt also noch vor der Abreise. Dann kurz vor der Abreise die Email das die Lieferung noch 10 bis 14 Tage dauern kann. Bestellung sofort storniert und bei Amazon eine Vorsatzline von „PolarPro“ bestellt. Diese Vorsatzline passt auf das Gehäuse der Hero 3… Nicht für die Hero 3+. Als Sicherheit habe ich mir noch einen Adapter mit 58er Gewinde bestellt. Dieser Adapter wird auf das Gehäuse von der Hero 3+ Black Edition gesteckt und man kann verschiedene Vorsatzlinsen aufschrauben. Von meiner alten Pentax hatte ich noch einige Makro Vorschraublinsen die genau auf das Gewinde passten.

Amazon Typisch waren beide Bestellungen innerhalb von 2 Tagen bei mir. Preislich lag ich mit den beiden Lösungen bei 39,- und 49,-€… also wesentlich billiger als bei Wiessmeyer und vor allen Dingen ich hab die Bestellung umgehend erhalten.
Zum Testen im Baggersee blieb keine Zeit und so ging es dann mit „kleinem“ Foto Gepäck nach Gozo.
Einen kleinen Reisebericht „Gozo im September 2014“ findet sich hier auf meiner Website.
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Was schnell klar wurde beim Fotografieren mit der GoPro 3+… diese Kamera braucht gut ausgeleuchtete Motive. Wenig Licht kann zu Beeinträchtigungen und Aussetzern führen. Zum Fotografieren unter Wasser sind also gute Lichtquellen erforderlich. Weiterhin benötigt man eine stabile Halterung für die GoPro und für die entsprechenden Beleuchtungssysteme. Für die Beleuchtung sind flexibel einstellbare Haltearme sinnvoll. Wenn möglich auch unter Wasser leicht umzubauen. Im Zubehörhandel wird man dafür leicht einige hundert Euros los. Wer allerdings handwerklich nicht gerade zwei linke Hände hat, der kann hier richtig Geld sparen.

Ok, was habe ich genutzt um ein für mich optimales System zusammenzustellen und zusammen zu bauen.

Gibt es weitere Anforderungen die ich von dem System erwarte ?
Ja, klar. Es sollte klein, handlich und flexibel im Zusammenbau sein. Das System sollte zwecks besserem Transport komplett zerlegbar sein.

An erster Stelle stand für mich die Befestigung der GoPro auf einer Schiene.
Von der „Fa. DevPein“ hatte ich in der Vergangenheit, auf der Messe „Boot“ eine Seewasserbeständige Alu-Schiene mit Langlöchern und Bohrungen für sog. „T-Steine“ gekauft. Aus dem weiteren Fundus in meinem Fotoequippment kamen dann noch sog. „Flexarme“ hinzu.
Um alles an der Schiene zu befestigen waren noch zwei Alu Winkel nötig die ich im Baumarkt kaufen konnte. Auch die im Nachhinein benötigten Kunststoff Rohrclipse und verschiedene Schrauben und Muttern fanden sich im Baumarkt.

OK, nun werde ich zwecks besserem Verständnis die Einzelteile (alles demontiert) fotografieren.

Diese Teile werden benötigt.
Diese Teile werden benötigt.

Wie man sieht handelt es sich nur um eine überschaubare Teilmenge.

Nun folgt der Zusammenbau.
Beginnen wir mit der Schiene als Grundlage. Hier werden zunächst die „T-Steine“ links und rechts fest geschraubt.

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Nun werden die beiden Haltewinkel an der Schiene verschraubt. An die Haltewinkel werden noch einmal 2 „T-Steine“ (je Winkel ein T-Stein) verschraubt. Sicherheitshalber werden die Schrauben der Haltewinkel mit selbstsichernden Muttern an der Unterseite gesichert.

Im nächsten Schritt werden die beiden Clips für eine der beiden Lampen unter die Schiene geschraubt. Für meine Lampe die dort ihren Platz finden sollte, musste ich die Clips mit Kunststoffplättchen (2mm) unterlegen. Dadurch bekam ich etwas mehr Abstand zur Schiene um die Lampe besser rein und raus ziehen zu können. 2mm hört sich jetzt nicht viel an, war aber wie sich zeigte, genau richtig.

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Nun kann ich mit dem bestücken des Halters beginnen. Da mir 4 „T-Steine“ zur Verfügung stehen habe ich verschiedenste Möglichkeiten meine beiden „Flex-Arme“ anzubringen bzw. zu positionieren.
Es hat sich übrigens gezeigt, dass zwei unterschiedliche längen der „Flex-Arme“ unter Wasser am praktischsten sind. Aber dazu später.

Zunächst schiebe ich die beiden „Flex-Arme“ jeweils links und rechts auf die „T-Steine“ und sichere sie mit den daran befindlichen Schrauben. An beiden Armen werden nun die Lampen mit Ösen befestigt (Ösen sind bei den „Flex-Armen dabei gewesen).

PLATZHALTER FOTO VOM MONTIERTEN HALTER MIT 2 LAMPEN.

Eine weitere Konfiguration könnte sein

PLATZHALTER WEITERE KONFIGURATION

oder

PLATZHALTER WEITERE KONFIGURATION

oder

PLATZHALTER WEITERE KONFIGURATION

oder, oder je nachdem wie man es braucht.
Die Anordnung kurzer „Flex-Arm“ mit Lampe links und die zweite Lampe unter der Schiene in den Klipsen. Der zweite „Flex-Arm“ rechts an der Schiene ist länger und kann bei Bedarf mit der Lampe unterhalb der Schiene bestückt werden. Der lange „Flex-Arm“ rechts hat mir auch sehr geholfen wenn ich beide Hände brauchte um an Land zu klettern (Gozo hat viele Tauchplätze wo sowohl beim einsteigen als auch beim aus dem Wasser klettern beide Hände gebraucht werden. In dem Fall habe ich den langen „Flex-Arm“ mit Kamera und Lampen einfach unter den Schultergurt meines Jacketts geschoben und bin dann so aus dem Wasser (ggf. eine Leiter rauf) geklettert.

Die Lampe unter der Schiene kann normal sehr gut gehalten werden und dient zum Ausleuchten von z.B. Höhlen, Grotten oder anderen dunklen Stellen beim Tauchen. Die Lampe links kann dabei angewinkelt bleiben. Möchte man nun ein entsprechendes Motiv umfassend ausleuchten, so schiebt man die untere Lampe aus den Clips und clipt oder schiebt sie in/an den langen „Flex-Arm“ rechts.  Beide Lampen lassen sich dann so positionieren, dass von Makro (5cm vor der GoPro) bis 2m oder weiter alles für ein gutes Foto ausgeleuchtet ist. Die Leuchtweite ist natürlich abhängig von den eingesetzten Leuchtmitteln.

PLATZHALTER VERSCH. FOTOS VON WEITEREN KONFIGURATIONEN

Für alle die evtl. etwas nachbauen möchten folgt hier noch die Stückliste und ggf. entsprechende Größenangaben.

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