Blend und Sonnenschutz für GoPro 3+

Klasse Fotos und Filmaufnahmen lassen sich mit der GoPro 3+ machen.
Nur manchmal… oder vielmehr wenn man bei sonnigem Wetter tauchen geht und mit der GoPro 3* Aufnahmen machen möchte.
Zum Fotografieren und Filmen unter Wasser ist das rückseitige Display quasi unverzichtbar und ganz besonders wenn man Makros fotografieren möchte.
Hier stört es dann ganz besonders wenn die Sonne sich im Display bzw. im Kunststoff des UW-Gehäuses spiegelt.
Für 15,- Euro plus Lieferung bekommt man ein Gummi-Blendschutz um eben dieses Problem zu eliminieren.
Das Gummiteil hatte ich auf der Boot in Händen und fand es zu labberig. Zweifel kamen mir auch ob das Teil beim Sprung ins Wasser an der Kamera bleibt.
Also, selber machen war meine Überlegung.
Aber wie ?

Was wird gebraucht…? Was_wir_brauchen001_bat Kopie_bat

Gleich zu Anfang möchte ich darauf hinweisen, das man nur etwas Geschick, Ruhe und die nötige Zeit benötigt um sich einen derartigen Sonnenschutz selbst zu bauen.

Was erwarte ich von einem Sonnenschutz an der GoPro und welche Ansprüche sollten erfüllt werden ?
Sonnenschutz… klar das Display sollte weitestgehend gegen einfallende Sonnenstrahlen geschützt sein.
Der Sonnenschutz sollte leicht zu montieren und demontieren sein und die Bedienung der Kamera nicht einschränken.
Beim Sprung (vom Boot oder vom Einstieg) in das Wasser sollte der Sonnenschutz nicht verloren gehen.
Ok, das war soweit klar.
Zunächst einmal stand die Frage im Raum „welches Material eignet sich und wo bekomme ich es“.
Temperaturbeständig, Seewasserfest und leicht zu bearbeiten… da kommt nur ein Kunststoff in Frage. Am besten ein thermoplastischer Kunststoff.
In meinem Bastelkeller fand ich neben einigen Plastik Teilen auch ein paar alte Namensschilder die in zwei farbigen Kunststoff gefräst waren.
Dieser Kunststoff stellte sich nach einigen Tests als der passende Werkstoff heraus. Beim Schlüsseldienst in der Stadt wurde ich fündig.
Da heute ja alles in irgend einer Form gedruckt wird, handelte es sich um Reststücke die mir der nette Mitarbeiter gerne verkaufte.
Zwei Platten mit einer Dicke von 2mm und in der Größe DIN A4 und DIN A5 in gelb/schwarz und in weiss/schwarz. Wobei schwarz die Farbe war die beim
Gravieren den Schriftzug zeigte. Also beides für 10,- Euro. Eine Woche später kam ich zufällig auf dem Trödel noch einmal zu einem weiteren Stück in gelb/schwarz.
Das nötige Werkzeug wie Schlüsselfeilen, Bohrer, Teppichmesser, Messschieber, Stahlmaßband, Schmirgelpapier, Wasserfester Filzstifft fanden sich auch schon
in meinem Besitz um gleich mal mit einem Sonnenschutz-Prototypen anzufangen.
Schnell war die Hälfte meines Kunststoff Materials verarbeitet ohne ein nutzbares Ergebnis zu haben.
Nicht das Bohren und zuschneiden war das Problem sondern das zurecht biegen des fertig zugeschnittenen und gebohrten „Platten Rohlings“.

Ausmessen_GoPro001_bat Ausmessen_GoPro003_bat
Vermessen hatte ich GoPro ja bereits ausreichend und so konnte ich auf die Maße zurück greifen um mir einen GoPro Dummy zu bauen.
Was könnte leicht zu bearbeiten sein und temperaturbeständig um den Kunststoff darum zu formen ? Holz.

Holz_Dummy002_bat Holz_Dummy001_bat
Bastelholz hatte ich auch ausreichend im Bastelkeller rum liegen und so war schnell ein passendes Stück gefunden. Nach einigen „Modifikationen“ mit Säge und Feile lag dann auch
mein Dummy die „Holz-GoPro“ vor mir. Damit ich die Seiten nicht verwechsele habe ich dann einfach die Kamera auf den Holzklotz gemalt.
Wichtige Markierungen sind die beiden Bedientaster rechts an der Kamera sowie der Verschluss oben mit dem Auslöser daneben.

Hinweis: genaues ausmessen der GoPro und genaues anzeichnen der Bohrpunkte auf der Kunststoffplatte sind wichtig für gutes Gelingen :o)

Schritt001_bat

PapierSchablone001_bat PapierSchablone002_bat

Nachdem alles fein säuberlich auf der Kunststoffplatte aufgezeichnet war (die Kunststoffplatte ist beidseitig mit einer dünnen Schutzfolie versehen) konnte ich mit dem Bohren beginnen.
Anschließend habe ich den Verschluss Mechanismus der GoPro aus der Kunststoffplatte heraus geschnitten. Besonders hilfreich dabei war mein „Dremel“… ein kleines Motörchen zum Gravieren oder bearbeiten von Modellen aller Art.

Schritt0001_bat Schritt001anpassen001_bat Schritt001angepasst001_bat

Nachdem alle nötigen Aussparungen an der Kunststoffplatte vorhanden waren konnte ich an das „zurecht Biegen“ denken.
Zwischenzeitlich hatte ich schon ein paar Versuche gemacht den Kunststoff zu verformen.
Offene Flamme… nicht aufgepasst und der Kunststoff wirft Blasen und verbrennt.
Großer Kochtopf… Wasser rein und zum Kochen bringen… Kunststoffplatte/Rohling rein und warten.
Nach geraumer Zeit wird der Rohling weich und kann prima um die Holz-GoPro herum geformt werden. Leider hat sich gezeigt das beim formen des heißen Rohlings der Kunststoff schneller erkaltet und das Ausformen noch nicht zufriedenstellend beendet ist. Außerdem (man muss Handschuhe tragen damit man sich die Finger nicht verbrennt) zeigte sich, dass die Oberfläche des Rohlings doch ziemlich unansehnlich wurde. Keine Kratzer aber irgendwie unsauber.

Nach einigen Tagen sah ich das Bügelbrett meiner Frau und darauf das Bügeleisen… könnte man ja mal probieren.
Also, den nächsten Rohling an der Biegekante entlang mit einem kleinen Brettchen und einer Schraubzwinge an der Holz-GoPro befestigt und mit dem Bügeleisen vorsichtig
die Biegestelle/Biegeseite erhitzt. Sicherheitshalber habe ich noch einen Bogen Backpapier dazwischen gelegt damit das Bügeleisen die Oberfläche des Kunststoff Rohlings nicht verbrennt. Das hat auch funktioniert, war aber irgendwie vom Handling nicht soooo toll.

Bei einem weiteren Rohling habe ich dann mit einem Heißluft Föhn (nimmt man auch zum entfernen von altem Lack auf Türen) und einer Flachen Heißluftdüse die Biegekante vorsichtig erhitzt und wenn der Kunststoff weich genug war habe ich mit Hilfe eines Spachtels die Biegung vorgenommen. Man sollte hierbei zügig arbeiten und den Spachtel erst vom Rohling nehmen wenn alles abgekühlt ist.

Anformen001_bat

Hinweis: beim Anzeichnen auf der Kunststoffplatte (aus der dann der Rohling wird) ist eine Maßzugabe von der Dicke des Materials der Kunststoffplatte hinzuzufügen. Macht man das nicht dann sitzt der gebogene Rohling nicht korrekt bzw. Er lässt sich nicht um die GoPro herum anlegen. Die erste Biegung sollte die Seite (auf dem Foto links oben) sein, auf der die beiden Bohrungen für die Taster an der GoPro sind. Das hat den Vorteil, dass man nach dem Biegen und Erkalten testen kann ob die Bohrungen exact sitzen und auch oben die Aussparung korrekt sitzt… ggf. kann man jetzt noch (mit der Feile) nacharbeiten.

Wenn alle Arbeitsschritte korrekt und mit der nötigen Sorgfalt ausgeführt sind, dann kann man die Sonnenblende auf die GoPro aufstecken.

Anprobe001_bat Anprobe002_bat IMG_5576_bat IMG_5575_bat IMG_5574_bat Anprobe004_bat Anprobe003_bat

Passt alles und sitzt der Sonnenschutz fest an der GoPro, dann kann daran gedacht werden links und rechts das verbleibende Material noch einmal aufzuheizen und dann unten um die GoPro herum zu legen.
Hier muss ganz individuell gearbeitet werden da die Halterungen, die an der GoPro genutzt werden können, sehr unterschiedlich sind.

Sollen an die GoPro noch Halterungen für Vorsatzlinsen (Backscatter, PolarPro o.ä.) angebracht werden, so muss an der Ausführung unter Umständen noch eine kleine Änderung in Form einer kleinen Aussparung vorgesehen werden. Speziell für den Backscatter Vorsatz muss der Sonnenschutz entsprechend angepasst werden.

Leider ist der Vorsatz von Backscatter zur Zeit nicht lieferbar und eine entsprechende Anpassung kann ich hier (noch) nicht zeigen.

Hat alles gut geklappt und sitzt der Sonnenschutz sicher an der GoPro dann kann das Abenteuer los gehen :o)

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